Stoffwindel selber nähen – lohnt sich das überhaupt?

Stoffwindeln selber nähen – Lohnt sich  das überhaupt?

Jeder, der aktiv in Stoffi-Nähgruppen unterwegs ist, hat diese Frage vermutlich schon mal gehört. Ich habe einen Online-Shop für Stoffwindelnähmaterialien eröffnet – du kannst dir sicherlich meine Antwort auf diese Frage schon denken. Für mich ein klares ja. Aber ich habe mir damals diese Entscheidung nicht leicht gemacht und einige gute Argumente gebraucht, um mich selbst von dieser Idee zu überzeugen 😀  Alles in einen Artikel zu packen wäre recht umfangreich – wir Mamas haben ja oft nur wenige Minuten „Ich“-Zeit. Deswegen splitte ich das ganze in eine Serie und beginne mit der Frage…

Lohnt sich das – finanziell?

Das ist sicherlich eine Frage, die sich die meisten potentiellen Näherinnen stellen.

Wenn man als Vergleichsmaßstab für diese Frage eine „China-Cheapie“ ansetzt – ganz ehrlich – vermutlich nicht. Günstige Überhosen gibt es schon für etwa 5 €, da ist dann oft der Versand schon inbegriffen. Solche Preise kommen aber nicht von ungefähr und letztendlich sind wir uns dessen alle bewusst.

Ich möchte deswegen deine selbstgenähte Windel eher mit einer fair in Europa produzierten Windel vergleichen. Unsere Boo&Boo und prefluff- Überhosen kosten zwischen 17,90€ und 19,90€. Ähnliche Preise haben auch andere europäische Hersteller wie Milovia oder Billou. Ein fairer Stundenlohn muss eben auch bezahlt werden. Du kannst aber einiges sparen, wenn du beim Nähen wirtschaftlich arbeitest.

Vermutlich möchtest du konkrete Zahlen hören? Die folgende Tabelle listet die Materialien für eine Prefold-Überhose nach Art unserer Boo&Boo Überhosen auf. Es werden vier Varianten aufgelistet –  von der günstigsten Variante, bei der du 4 Windelkörper günstig auf 0,6m auslegst bis hin zur „teuersten“ Variante, bei der du nur eine Windel aus einem Diaper Cut nähst und somit viele Materialien übrig hast.

Das verwendete Elastic habe ich nur anteilig verrechnet, da es auch für andere Projekte als Windel verwendet werden kann. Rechnet man diese voll mit ein, dann erhöhen sich die Materialkosten pro Windel bei 4 Windeln um 1,67€, der Preis für die Einzel-Windel Variante um 8,28€. Die günstigste Variante kostet dann also 6,62€ (4,95€ anteilig) pro Windel, die teuerste 17,50€ (9,22€ anteilig). Im vergleich zu europäischen Windeln kannst du also in jedem Fall einige Euros sparen.

Noch günstiger fällt die Rechnung aus, wenn du die komplette oder Teile der Windel „upcyclest“ oder Reste verwertest. Das ist vor allem bei Einlagen und Höschenwindeln sehr gut möglich. In diesem Fall fallen eigentlich keine Kosten an, abgesehen von ein paar Snaps, Klett oder Elastic. Höschenwindeln eignen sich übrigens auch hervorragend als erstes Stoffwindelnähprojekt. Die Materialien dafür hast du oft schon daheim, du übst beim Nähen einige Nähtechniken, und kannst die Passform testen und ggf. optimieren.

Die folgenden Tipps können dir helfen wirtschaftlich und nachhaltig Stoffwindeln zu nähen:

  • geschicktes Zuschneiden mit wenig Verwurf –> einige Ebooks haben mittlerweile auch Auslegepläne
  • ggf. Laschen ansetzen – spart PUL & sieht schick aus
  • Snaps gegengleich verwenden, bei der Weitenregulierung auf der einen Seite nur Studs, auf der anderen nur Sockets; Achte beim Anbringen der Verschlusssnaps dann darauf, dass diese zum jeweiligen Partner passen
  • oder alterntativ: Snaps zur Weitenregulierung bei Windel 1 nur Studs, bei Windel 2 nur Sockets
  • Restverwertung: Außenwindeln von AI3 und der Dekostoff von Wollwindeln oder Softies + Dekostoff Windeln können aus relativ kleinen Stücken genäht werden
  • bei Pocketwindeln und AIO mit saugendem Liner (z.B. Baumwolle, Bambus) unbedingt eine auslaufsichere Variante wählen; erklärt z.B. in den fluffstore Ebooks all in fluff & easyfluff (deutsch) oder auch Opulent Monster Magnum Opus (englisch)
  • Upcycling, auch zum Optimieren des Schnitts 😉

Sparen am Schnittmuster?

Hier bin ich mir nicht sicher, welche Empfehlung ich aussprechen soll. Als Argument gegen käufliche Schnittmuster bei Stoffwindelnähneulingen wird manchmal genannt, dass es ja sein könnte, dass es nichts für denjenigen ist und er dann nicht noch für ein Ebook zahlen müsse, wenn er sich erst mal an einem freebook versucht.

Ich habe zu Beginn ebenfalls nach kostenlosen Schnittmustern genäht, dabei allerdings einiges an Lehrgeld in Form von auslaufenden, nicht optimal sitzenden Windeln gezahlt, die letztendlich nicht zu gebrauchen waren. Diese Fehler betrafen hauptsächlich Pockets und All-in-Ones mit saugendem Liner. Hier hätte ich mir einiges an Geld und Material sparen können, wenn ich nach einem der oben genannten Ebooks gearbeitet hätte.

Ich halte es deshalb für möglich, dass diese vermeidbaren Fehler zu Frustration und „das ist nichts für mich“ führen und das frühe Aufgeben gerade die Folge von mangelnder Anleitung ist. Wenn du also vorhast, eine Pocket oder AIO mit saugendem Liner zu nähen, dann empfehle  den Kauf einer der oben genannte Ebooks. Ansonsten ist es einfach auch eine Typsache.

Was meinen denn die alten Stoffinähhasen. Wenn ihr an eure Stoffinähanfänge zurückdenkt: Habt ihr mit ebook oder freebook genäht und würdet ihr es heute wieder genauso machen? Ich freu mich über deine Meinung in den Kommentaren 😉

Morgen geht es weiter mit dem nächsten guten Grund, Stoffis selbst zu nähen: Die perfekte Windel!

 

 

 

 

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